Die Basilica del Carmine zählt zu den bedeutendsten historischen Kirchen in Padua und liegt an der Piazza Francesco Petrarca, rund 300 m westlich der Scrovegni-Kapelle mit ihrem beeindruckenden Freskenzyklus. Die 1960 von Papst Johannes XXIII. zur Basilica minor erhobene Kirche wurde ab 1495 nach Plänen der Architekten Lorenzo da Bologna und Pietro Antonio degli Abbati errichtet. Sie entstand auf den Überresten eines älteren Kirchen- und Klosterkomplexes des Karmeliterordens aus dem 14. Jahrhundert und erhielt ihre heutige Fassade im 18. Jahrhundert.
Architektur und Baugeschichte der Basilica del Carmine
Die Baugeschichte der Kirche ist durch wiederholte Zerstörungen und Restaurierungen geprägt. Erdbeben in den Jahren 1491 und 1695 beschädigten das Dach erheblich. Ein Brand im Jahr 1800 zerstörte die Kuppel vollständig; sie wurde anschließend rekonstruiert, 1917 jedoch erneut durch einen Bombentreffer vernichtet und im Zweiten Weltkrieg abermals beschädigt. Das kunstvoll gestaltete Hauptportal von 1412 mit Akanthusornamentik wird von Skulpturen des Bildhauers Tommaso Bonazza gekrönt, die Hoffnung, Glauben und die Madonna mit Kind darstellen.
Charakteristisch für die Renaissance-Architektur sind die zwölf außen sichtbaren Seitenkapellen, deren Konzept als wegweisend für das venezianische Hinterland gilt. Die Bauarbeiten wurden 1523 unter Leitung von Biagio Bigoio abgeschlossen.
Innenraum und Kunstwerke
Der Innenraum der Basilica del Carmine in Padua wird durch ein langgestrecktes Hauptschiff mit großen Bögen, ein gewölbtes Dach, eine reich freskierte Apsis und eine monumentale Kuppel bestimmt. Der Hochaltar ist mit einem Marienbild von Stefano dall’Arzere geschmückt; ein Fresko des Letzten Abendmahls aus dem 18. Jahrhundert ergänzt die Ausstattung. Die zwölf Kapellen beherbergen bedeutende Altäre, Fresken und Gemälde verschiedener Epochen.
Zu den wichtigsten Kunstwerken zählen die Skulptur Johannes des Täufers von Luigi Strazzabosco, ein Altar von Giovanni Gloria, Werke von Bartolomeo Dindini sowie Statuen von Marc Antonio de‘ Sordi. Die Apsis ist mit umfangreichen Freskenzyklen des 17. Jahrhunderts geschmückt, die Szenen aus dem Alten Testament darstellen.
Scoletta del Carmine
Unmittelbar neben der Basilika befindet sich die historische Scoletta del Carmine aus dem Jahr 1367. Im Inneren sind Fresken von Giulio Campagnola, Domenico Campagnola, Girolamo Tessari und Stefano dall’Arzere erhalten. Die Scoletta ergänzt den Kirchenkomplex und zählt zu den kulturell bedeutenden Sehenswürdigkeiten in Padua.
Meine persönliche Meinung – Lohnt sich ein Besuch?
Ein klares „Ja“ von mir. Als ich die Kirche das erste Mal betrat, hatte ich diesen Wow-Effekt, denn sie besticht durch ihre immense Größe und Weite des Hauptschiffes. Wer also die Scrovegni-Kapelle besuchen möchte, der sollte unbedingt auch diese Kirche besuchen, denn sie ist definitiv einen Besuch wert. Der Eintritt ist frei und von wenigen Touristen besucht. Man kann die Innenarchitektur der Kirche also ohne Massenandrang genießen.
Besuchsinformationen zur Basilica del Carmine
- Adresse: Piazza Petrarca 1, Padua
- Telefon: +39 049 8760422
- Web: www.carminepd.it
- Öffnungszeiten: täglich 8:00–19:00 Uhr
- Eintritt: frei