San Benedetto Vecchio: Die romanisch-gotische Kirche Paduas

Deckengewölbe der Kirche San Benedetto Vecchio

Der Bau der Kirche San Benedetto Vecchio wurde im Jahr 1195 von dem aus Padua stammenden Giordano Forzatè initiiert und am 31. August 1222 geweiht. Bereits 1213 wurde Forzatè Prior des angrenzenden Klosters San Benedetto, wo er den Orden „Ordo monachorum alborum Sancti Benedicti de Padua“ gründete. Diese Gemeinschaft, bekannt als albi-Bewegung, vereinte Nonnen, Mönche, Eremiten und karitative Einrichtungen.

Das Doppelkloster war zunächst für Männer und Frauen bestimmt. Nach dem Tod Forzatès im Jahr 1248 trennten sich die Gemeinschaften: Die Mönche errichteten ein neues Kloster mit der Kirche San Benedetto Novello, während die Nonnen unter der Leitung einer Äbtissin verblieben.

Zwischen 1356 und 1397 wurde die Anlage unter Äbtissin Anna Buzzaccarini, einer Verwandten des Fürsten von Padua, aufwendig ausgestaltet. Eine bedeutende bauliche Veränderung erfolgte 1612 unter Aurora da Camposampiero: Das Presbyterium wurde nach Westen verlegt, während die Fassade nach Osten ausgerichtet wurde.

Mit der napoleonischen Kirchenreform wurde das Kloster 1810 aufgehoben und in eine Artilleriekaserne umgewandelt. Die Kirche blieb jedoch als Pfarrkirche bestehen.

Zerstörung und Wiederaufbau

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden erste Restaurierungsarbeiten statt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche jedoch schwer beschädigt und nahezu vollständig zerstört. Dabei gingen bedeutende Kunstwerke verloren, darunter der berühmte Apokalypse-Zyklus von Giusto de’ Menabuoi.

In den Nachkriegsjahren wurde die Kirche originalgetreu wiederaufgebaut und restauriert. Heute gehört sie zur Diözese Padua und dient weiterhin als Pfarrkirche.

Architektur und äußeres Erscheinungsbild

Der von Bäumen umgebene Kirchhof verleiht der Anlage eine ruhige Atmosphäre. Die ursprüngliche romanische Fassade ist heute auf der Rückseite sichtbar, teilweise verdeckt durch den Glockenturm und angrenzende Gebäude.

Der heutige Glockenturm entstand aus den Resten eines mittelalterlichen Turms und besitzt eine charakteristische zwiebelförmige Kuppel. Die helle Hauptfassade ist geprägt von einem Dreiecksgiebel, zwei Säulenreihen sowie Reliefs des Heiligen Benedikt und Statuen der Schutzheiligen Paduas.

Innenraum und Ausstattung

Beim Betreten der Kirche öffnet sich ein großzügiger, dreischiffiger Raum mit terrakottafarbenen, unverputzten Wänden. Die Schiffe sind durch Säulen und Rundbögen getrennt, während dekorative Blendarkaden die Wappenfarben der Stadt Padua zeigen.

  • Die Seitenschiffe besitzen Kreuzrippengewölbe
  • Das Mittelschiff ist mit einem Holzfachwerk ausgestattet
  • Die romanisch-gotische Grundstruktur blieb erhalten

Altäre und bedeutende Kunstwerke

Ein besonderer Blickfang ist der monumentale Hochaltar aus schwarz-weißem Marmor, entworfen 1663 von Girolamo Galeazzo Veri. Er beeindruckt durch seine dunklen Säulen, helle Kapitelle und sieben Marmorstatuen von Heiligen.

Weitere Highlights im Innenraum:

Rechtes Seitenschiff:

  • Hauptaltar mit den Reliquien von Giordano Forzatè
  • Gemälde „Der Heilige Giordano Forzatè“ von Alessandro Varotari
  • Kapelle mit Fresken aus dem 18. Jahrhundert
  • „Christus mit Heiligen“ von Domenico Tintoretto

Linkes Seitenschiff:

  • Drei barocke Altäre
  • Gemälde von Pietro Damini, Luca da Reggio und Giulio Campagnola
  • Taufbecken nahe dem Eingang
  • Fresken aus dem 13. bis 15. Jahrhundert

Unter den Chorstühlen befinden sich zudem 14 gotische Terrakottastatuen sowie Gemälde von Francesco Minorello und Alessandro Varotari.

Besucherinformationen

  • Adresse: Riviera S. Benedetto 36, Padua
  • Telefon: 049 8719707
  • Öffnungszeiten: Während der Gottesdienste
  • Eintritt: Kostenlos