Basilica di Sant’Antonio in Padua: Lage und Bedeutung eines der wichtigsten Heiligtümer Italiens

Frontansicht der Basilica di Sant'Antonio

Nordöstlich und nur wenige Meter vom Prato della Valle entfernt erhebt sich die Basilika auf der Piazza del Santo als eines der bedeutendsten Heiligtümer Italiens. Die im Volksmund als „il Santo“ bezeichnete Kirche zählt mit rund 6,5 Millionen Besuchern jährlich zu den meistfrequentierten Pilgerstätten des Landes. Bereits vom Prato della Valle aus sind die markanten Türme und Kuppeln des ausgedehnten Kirchenkomplexes sichtbar; beim Einbiegen in die Via Beato Luca Belludi tritt schließlich die monumentale Fassade eindrucksvoll ins Blickfeld.

Geschichte der Basilika: Vom mittelalterlichen Heiligtum zum Wallfahrtszentrum

Der Überlieferung zufolge befand sich an der Stelle der heutigen Basilika im Mittelalter ein der Göttin Juno geweihter Tempel. Historisch gesichert ist hingegen die Existenz der kleinen Kirche Santa Maria Mater Domini, die im Mittelalter den Franziskanern anvertraut wurde. Im Jahr 1229 entstand neben dieser Kirche ein Franziskanerkloster, vermutlich unter Mitwirkung des Antonius von Padua, der dort zwischen 1229 und Mai 1231 lebte.

Nach seinem Tod am 13. Juni 1231 im nördlichen Stadtteil Arcella wurde er auf eigenen Wunsch in der kleinen Kirche beigesetzt. Berichte über wundersame Ereignisse an seinem Grab führten rasch zu einer intensiven Wallfahrtstätigkeit, die bald auch internationale Gläubige anzog. Am 30. Mai 1232 erfolgte seine Heiligsprechung durch Gregor IX. in der Kathedrale von Spoleto.

Bereits ein Jahr nach dem Tod des Heiligen begann der Ausbau der ursprünglichen Kirche zur heutigen Basilika, wobei der Kernbau – die heutige Kapelle Mora – in den neuen Komplex integriert wurde. Die Bauarbeiten wurden 1310 abgeschlossen. Nach einem Brand und dem Einsturz eines Glockenturms im Jahr 1394 erfolgten umfangreiche Umgestaltungen. Weitere Restaurierungen und Anpassungen fanden im Laufe der Jahrhunderte statt, zuletzt 2012 infolge eines Erdbebens.

Architektur der Basilika: Romanik, Gotik und byzantinische Einflüsse

Architektonisch vereint die Basilika in exemplarischer Weise verschiedene Stilrichtungen. Die romanische Giebelfassade harmoniert mit acht byzantinisch geprägten Kuppeln, die an den Kuppelkomplex der Markusdom erinnern, sowie mit den minarettartig anmutenden Glockentürmen und den 1895 gestalteten Bronzetoren. Gotische Strebepfeiler strukturieren das Bauwerk; auch Apsis und Kapellen sind überwiegend im gotischen Stil ausgeführt.

Der Kreuzgang Capitolo beherbergt unter anderem die Grabstätten bedeutender paduanischer Gelehrter. In der Lünette des Hauptportals befindet sich eine von Nicola Lochoff geschaffene Kopie eines Freskos von Andrea Mantegna, dessen Original im benachbarten Kloster aufbewahrt wird.

Innenraum und Kunstwerke: Meisterwerke von Donatello

Der kreuzförmige Grundriss der 115 Meter langen und 55 Meter breiten Basilika gliedert sich durch Säulen in drei Schiffe; im oberen Wandbereich verlaufen Emporen. Das künstlerische Zentrum bildet das Presbyterium mit den Hauptwerken des Bildhauers Donatello. Für dessen Ausstattung wurde 1448 ein älterer gotischer Altar entfernt.

Der heutige Hochaltar, zuletzt 1895 erneuert, integriert Donatellos Skulpturenensemble mit der „Madonna mit Kind“ sowie Darstellungen mehrerer Heiliger, ergänzt durch zahlreiche Reliefs und ein monumentales Kruzifix.

Bedeutende Kapellen der Basilika: Sakraments-, Jakobus- und Reliquienkapelle

Die Basilika verfügt über zahlreiche Seitenkapellen und Grabmäler aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Hervorzuheben sind insbesondere die Sakramentskapelle, die Jakobuskapelle und die Reliquienkapelle. Die 1457 errichtete Sakramentskapelle beherbergt unter anderem die Gräber des Condottiere Erasmo da Narni, genannt Gattamelata.

Die von Altichiero da Zevio zwischen 1377 und 1379 ausgemalte Jakobuskapelle zeigt einen umfangreichen Freskenzyklus zur Vita des Apostels Jakobus.

Die barock ausgestattete Reliquienkapelle, 1691 nach Plänen von Filippo Parodi vollendet, bewahrt zahlreiche Reliquien des Heiligen Antonius sowie kostbare liturgische Objekte. Ihre Ausstattung umfasst Grabtafeln und plastischen Schmuck, unter anderem Werke von Giovanni Bonazza.

Weitere Kapellen und Kreuzgänge der Basilika in Padua

Weitere bedeutende Räume sind die gotische Kapelle der Schwarzen Madonna sowie die reich freskierte Kapelle der Seligen mit Arbeiten von Giusto de‘ Menabuoi. Insgesamt ist die Basilika von fünf Kreuzgängen umgeben, von denen vier öffentlich zugänglich sind. Sie zeichnen sich durch eine harmonische Verbindung aus architektonischer Gestaltung, Grabdenkmälern und gärtnerischer Anlage aus und ergänzen den sakralen Gesamteindruck des Ensembles.

Besuchsinformationen zur Basilica

  • Info: Piazza del Santo, 11
  • Tel.: 0498225652
  • www.santantonio.org/it/basilica
  • Öffnungszeiten: tgl. 6:15-19 Uhr
  • Eintritt: frei
  • Hinweis: Fotografieren innerhalb der Kirche nicht erlaubt