Baptisterium von Padua – Fresken von Giusto de’ Menabuoi & Besucherinfos

Fresken mit Pantokrator der Kuppel des Baptisteriums

Das Baptisterium Padua, dem Heiligen Johannes dem Täufer gewidmet, zählt zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es befindet sich direkt neben der Basilica di Santa Maria Assunta in der Via Dietro Duomo, unweit der Piazza dei Signori.

Das Gebäude dient als Taufkapelle der Kathedrale und geht ursprünglich auf das 11. Jahrhundert zurück. Seine heutige Gestalt erhielt es durch mehrere Umbauten, darunter eine Kapellenerweiterung im Jahr 1280 sowie architektonische Anpassungen im 14. und 15. Jahrhundert.

Fresken von Giusto de’ Menabuoi: Ein einzigartiger Bildzyklus

Das Innere des Baptisteriums ist vollständig mit einem außergewöhnlichen Freskenzyklus geschmückt, geschaffen von Giusto de‘ Menabuoi zwischen 1376 und 1378. Auftraggeberin war Fina Buzzaccarini, Ehefrau von Francesco il Vecchio da Carrara.

Die Fresken werden traditionell von oben nach unten gelesen und erzählen zentrale Geschichten der christlichen Heilsgeschichte.

Die Kuppel: Paradiesdarstellung mit Christus Pantokrator

Das Herzstück bildet die große Kuppel mit einer eindrucksvollen Darstellung des Paradieses. Im Zentrum thront Christus als Pantokrator, umgeben von Heiligen in konzentrischen Kreisen. Darunter ist die Jungfrau Maria mit Engeln dargestellt.

Im Tambour finden sich Szenen aus der Schöpfungsgeschichte: Gott erschafft die Welt, dargestellt mit symbolischen Farbringen, die die mittelalterlichen Himmelsvorstellungen widerspiegeln. Besonders bemerkenswert ist die Darstellung der Erde als Kugel – ein spannendes Detail, das gängigen Missverständnissen über das mittelalterliche Weltbild widerspricht.

Biblische Szenen und byzantinische Einflüsse

Die Wandfresken zeigen zahlreiche Episoden aus der Bibel, darunter:

  • das Leben Johannes des Täufers
  • Szenen aus der Apokalypse
  • Kreuzigung und Auferstehung Christi
  • die Flucht nach Ägypten

Stilistisch orientieren sich viele Darstellungen am byzantinischen Stil, kombiniert mit ersten Ansätzen räumlicher Darstellung.

Architektur des Baptisteriums: Vom Mittelalter geprägt

Der ursprüngliche Bau hatte einen quadratischen Grundriss mit Tambour und Kuppel – ganz im byzantinischen Stil. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach erweitert:

  • 1280: Anbau einer Kapelle mit Altar
  • 1376: zusätzlicher Tambour
  • Jahrhundert: Eingangsbereich mit kleiner Vorhalle

Diese Veränderungen verleihen dem Baptisterium seine heutige charakteristische Form – für mich – Liebhaber der byzantinischen Architektur – ein Juwel.

Besucherinformationen zum Baptisterium in Padua

  • Adresse: Piazza Duomo, Padua
  • Telefon: +39 049 662814
  • Website: diocesipadova.it (Onlinebuchung möglich)
  • Öffnungszeiten: täglich 10:00 – 18:00 Uhr
  • Eintritt: 5 € (ermäßigt 4 €)